Neue MHH / BSW-Ratsfraktion lehnt Stadtbahnanschluss über Stadtfelddamm ab: „Hände weg von Kleingärten und deutlich teurer als behauptet“

Nach den zuständigen Gremien der Regionsversammlung hat nun auch der Bauausschuss des Rates grünes Licht für eine Stadtbahnanbindung der neuen Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) über den Stadtfelddamm gegeben. Beschlossen wurde ein neuer Bebauungsplan, um die Stadtbahnstrecke zu sichern. Die BSW-Ratsfraktion kritisiert das, weil nun bis zu 200 Kleingärten weichen müssen und die Baukosten deutlich höher sind als von der Regionsverwaltung behauptet. Beide Punkte spielten bei der Entscheidung im Bauausschuss keine Rolle.
„Wir können den Unmut, aber auch die Angst vieler Kleingärtnerinnen und Kleingärtner verstehen“, sagt Andre Zingler, der selbst einen Kleingarten betreibt. „Man kann nicht einfach die Parzellen wegmachen und den Betroffenen im günstigsten Fall einen unattraktiven Ersatzgarten fernab der bisherigen Kolonie anbieten, zumal es solche Freiflächen im Stadtgebiet kaum gibt. Viele werden dann ohne Garten dastehen.“
Die BSW-Ratsfraktion kritisiert außerdem die Wirtschaftlichkeitsberechnung der Regionsverwaltung als unseriösen Taschenspielertrick, um der Politik die Trassenführung über den Stadtfelddamm schmackhaft zu machen. „Die angeblich wirtschaftlichste Trassenführung über den Stadtfelddamm ist Quatsch“, sagt Andre Zingler.
Der Trick: Die Stadtbahnlinie 9 wird spätestens im nächsten Jahr vom Hauptbahnhof zur Noltemeyerbrücke verlängert. So steht es im Masterplan Stadtbahn. „Wenn später die Linie 9 nicht mehr zur Noltemeyerbrücke, sondern zur neuen MHH fährt, entstehen kaum zusätzliche Fahrzeug- und Personalkosten, weil diese zum Großteil schon im Vorfeld durch ein unsinniges Überangebot aufgebaut werden“, erläutert Zingler. „So werden die zusätzlichen Kosten für die Neubaustrecke versteckt. Die MHH-Anbindung über den Stadtfelddamm wird schöngerechnet.“
„Ich hätte mir eine Beschlussvorlage von Stadt- und Regionsverwaltung gewünscht, in der alternative MHH-Anbindungen mit dem öffentlichen Nahverkehr dargestellt sind, bei denen keine Kleingärten weichen müssen“, sagt Zingler, „untermauert mit seriösen Wirtschaftlichkeitsberechnungen, die einer kritischen Sichtung standhalten. So hätte sich die Politik einen Überblick über die Alternativen verschaffen können.“

Pressemitteilung 7.11.2025

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„Ich hätte mir eine Beschlussvorlage von Stadt- und Regions-Verwaltung gewünscht, in der Alternativen zur MHH-Bahntrasse über den Stadtfelddamm dargestellt sind, bei denen keine Kleingärten weichen müssen – untermauert mit seriösen Wirtschaftlichkeitsberechnungen, die einer kritischen Sichtung standhalten.“
Andre Zingler

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